Monat: November 2016

Agence commerciale de droit allemand : indemnité compensatrice

En droit allemand comme en droit français, l’agent commercial peut, sous certaines conditions, réclamer une indemnité compensatrice à la fin du contrat. Il arrive qu’un contrat d’agence commerciale soumis au droit allemand comporte une clause selon laquelle une partie de la rémunération qui est due à l’agent pendant la durée du contrat est imputée sur l’indemnité compensatrice. Une telle clause est-elle valable ?

En droit allemand, l’indemnité compensatrice de l’agent commercial est stipulée au para. 89b du Code de commerce allemand (Handelsgesetzbuch, HGB). A l’alinéa 4, cette disposition stipule : « Il ne peut pas être renoncé à ce droit par anticipation ».

Par arrêt du 14.7.2016, référence VII ZR 297/15, la Cour fédérale de justice allemande (Bundesgerichtshof, BGH) a décidé qu’une clause dans un contrat d’agence commerciale qui prévoit une imputation partielle de la rémunération de l’agent commercial sur l’indemnité compensatrice est « dans le doute contraire à la disposition coercitive du para. 89b (4) 1 du Code de commerce et donc en règle générale nulle en vertu du para. 134 du Code civil ».

Selon cet arrêt, une telle clause n’est donc pas toujours nulle. Toutefois, selon la Cour, elle n’est efficace que s’il est constant que les parties n’auraient pas, sans imputation, convenue d’une indemnité compensatrice plus élevée que celle qui résulte d’une imputation de la rémunération.

En d’autres termes, la clause est efficace s’il est prouvé qu’elle n’a pas eu d’effet négatif pour l’agent commercial sur le montant de la compensation. Bien entendu, cette preuve sera le plus souvent difficile à rapporter et c’est l’entreprise qui doit en apporter la preuve.

En présence d’une clause d’imputation dans le contrat d’agence commerciale, si l’entreprise invoque cette clause, l’agent commercial peut donc espérer de pouvoir la faire écarter par un tribunal allemand et donc prétendre à une indemnité plus élevée.

Vous êtes un agent commercial avec un besoin d’assistance dans la défense de vos intérêts vis-à-vis de l’entreprise ? Nous sommes à votre entière disposition pour vous aider dans la réalisation de vos droits, que ce soit dans un cadre extrajudiciaire ou devant les tribunaux.

Reform des französischen Vertragsrechts

Das französische Vertragsrecht ist im Wesentlichen im Code civil (Zivilgesetzbuch) geregelt. Wichtige Ergänzungen finden sich im Code de commerce (Handelsgesetzbuch). Seit Inkrafttreten des Code civil im Jahr 1804 haben sich die Umstände, unter denen Verträge zustande kommen, fundamental geändert. Dem hat die Rechtsprechung durch eine kreative Auslegung des Gesetzesrechts Rechnung getragen. In den letzten Jahren wurden aber die Stimmen, die eine Anpassung des Gesetzes fordern, immer lauter.

Im Frühjahr 2016 ist nach langen Diskussionen eine Reform des französischen Vertragsrechts beschlossen worden (Ordonnance n° 2016-131 du 10 février 2016 portant réforme du droit des contrats, du régime général et de la preuve des obligations). Diese Verordnung (ordonnance) hat zahlreiche Bestimmungen insbesondere des Code civil, aber auch des Code de commerce, neu gefasst. Dabei stand neben der Anpassung an heutige Verhältnisse vor allem der Schutz des strukturell schwachen Vertragspartners im Vordergrund. Das können auch Unternehmen sein.

Am 10. Oktober 2016 ist das neue Vertragsrecht in Kraft getreten und gilt für Verträge, die ab diesem Datum verhandelt oder abgeschlossen werden.

Für Unternehmen sind die folgenden Änderungen als besonders wichtig hervorzuheben.

Die Parteien sind schon in der Phase der Vertragsanbahnung verpflichtet, einander Auskünfte über Umstände zu erteilen, die für die andere Partei von Bedeutung sind. Ein schuldhaftes Handeln kann auch schon vor einem Vertragsschluss Schadensersatzansprüche begründen oder einen später abgeschlossenen Vertrag unwirksam werden lassen.

In allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sind Klauseln, die eine Partei deutlich begünstigen, unwirksam. Der ganze Vertrag kann nichtig sein, wenn eine Partei die Abhängigkeit (état de dépendance) der anderen Partei ausnutzt. Bei veränderten Umständen hat die Partei, zu deren Lasten sich die Änderung auswirkt, einen Anspruch auf Neuverhandlung des Vertrags. Verweigert die andere Partei die Anpassung, kann die beeinträchtigte Partei eine gerichtliche Anpassung herbeiführen. Neuerungen gibt es auch im Falle von Vertragsverletzungen. Während bislang nur ein Gericht die Auflösung eines Vertrags aussprechen konnte, reicht nunmehr eine entsprechende Erklärung des betroffenen Vertragsteils.

Diese Regelungen gelten immer, wenn ein Vertrag französischem Recht unterliegt. Sie kommen unter Umständen aber auch dann trotz Wahl des deutschen Rechts zur Anwendung, wenn ein Rechtsstreit vor französischen Gerichten entschieden wird.

Die neuen Regeln bringen erhebliche Rechtsunsicherheit für deutsche Unternehmen, die mit französischen Unternehmen Verträge abschließen. Der Gestaltung der Verträge sollte deshalb besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, damit der deutsche Partner nicht bei der ersten Meinungsverschiedenheit eine böse Überraschung erlebt.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Verhandlung Ihrer Verträge mit französischen Partnern sowie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte vor französischen Gerichten.

Werbung mit unverbindlicher Preisempfehlung unlauter?

Wer Waren zum Verkauf anbietet, steht zumeist in einem scharfen Wettbewerb. Verbraucher suchen im Internet nach dem günstigsten oder zumindest einem möglichst günstigen Angebot. Händler sind deshalb darum bemüht, Verbraucher davon zu überzeugen, dass ihr Angebot günstig ist. Das tun sie häufig dadurch, dass sie ihr eigenes Angebot einer unverbindlichen Herstellerpreisempfehlung gegenüber stellen, wenn ihr eigenes Angebot günstiger ist.

Eine solche Werbung ist grundsätzlich zulässig. Sie kann jedoch unter Umständen irreführend und deshalb unlauter sein. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Herstellerpreisempfehlung nicht mehr aktuell ist – dann kann der Händler erfolgreich auf Unterlassung in Anspruch genommen werden.

In einem Urteil vom 3.3.2015, Aktenzeichen I ZR 110/15, hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass die Bezugnahme auf eine unverbindliche Preisempfehlung irreführend und damit unlauter ist, „wenn nicht klargestellt wird, dass es sich bei der Herstellerempfehlung um eine unverbindliche Preisempfehlung handelt, wenn die Empfehlung nicht auf der Grundlage einer ernsthaften Kalkulation als angemessener Verbraucherpreis ermittelt worden ist oder wenn sie im Zeitpunkt der Bezugnahme nicht mehr gültig ist“.

Leider kann es sich in der Praxis als sehr schwierig erweisen, sicherzustellen, dass die unverbindliche Preisempfehlung nicht irreführend ist. So hat der BGH in dem genannten Urteil entschieden, dass eine Herstellerpreisempfehlung selbst dann nicht mehr gültig sein kann, wenn der Hersteller selbst erklärt, seine Preisempfehlung sei noch gültig.

In dem genannten Urteil hat der BGH einen Unterlassungsanspruch gegen den Händler sogar bejaht, obwohl der selbst die unverbindliche Preisempfehlung seiner Anzeige gar nicht hinzugefügt hatte. Er hatte seine Ware nämlich bei Amazon angeboten und Amazon behält sich die Angabe und Änderung unverbindlicher Preisempfehlungen selbst vor. Das schützte den Händler aber nicht vor einer Inanspruchnahme, weil, so der BGH, der Händler durch das Einstellen des Angebots bei Amazon die Voraussetzung dafür geschaffen hat, dass es zu der falschen Angabe kam.

Bei der Angabe von unverbindlichen Preisempfehlungen ist also größte Vorsicht geboten. Wir beraten Sie gerne bei der Gestaltung Ihrer Angebote oder bei der Durchsetzung von Ansprüchen gegen Mitbewerber, die unlauter für ihre Waren werben.

Contrat d'agence commerciale soumis au droit allemand

Vous êtes l’agent commercial français d’une entreprise allemande. Le travail était difficile pour vous au début, mais vous avez réussi à développer une clientèle importante pour l’entreprise qui réalise aujourd’hui un chiffre d’affaire important en France, et ceci grâce à vous. C’est dans cette situation que l’entreprise entend se séparer de vous ou l’a même déjà fait.

Pour connaître vos droits, vous devez d’abord vous reporter au contrat d’agence commerciale que vous avez signé. Vous constaterez vraisemblablement que l’entreprise est libre de mettre fin à votre contrat, en respectant certaines conditions dont il conviendra bien entendu de vérifier le respect. Alors que le droit français connaît une indemnité compensatrice, votre contrat n’en parle peut-être pas du tout ou en des termes obscures. En outre, le contrat est expressément soumis au droit allemand et les tribunaux allemands au siège de l’entreprise sont compétents.

Une telle situation ne doit pas vous dissuader de défendre vos intérêts et il peut même s’avérer que votre situation est plus favorable que si votre contrat avait été soumis au droit français, avec les tribunaux français compétents. En effet, l’entreprise qui vous a vraisemblablement imposé les termes du contrat n’est pas libre de stipuler tout ce qu’elle veut.

Tout d’abord, il convient de noter que les droits de l’agence commerciale français et allemand reposent sur un socle européen commun, à savoir la directive du conseil du 18 décembre 1986 relative à la coordination des droits des États membres concernant les agents commerciaux indépendants. Ainsi, le droit allemand comme le droit français connaît une indemnisation compensatrice.

Le contrat d’agence commercial peut valablement être soumis au droit allemand, mais en droit allemand, comme en droit français, l’agent commercial a droit à une indemnité compensatrice. L’indemnité compensatrice ne peut pas être exclue par le contrat.

Il est possible de soumettre tout litige relatif au contrat d’agence commerciale à la compétence des tribunaux allemands. Si tel est le cas et si l’entreprise n’est pas prête à vous payer spontanément, il faudra saisir les tribunaux allemands.

La procédure devant les tribunaux allemands présente certains avantages pour vous. Globalement, les tribunaux allemands regardent avec faveur la position de l’agent commercial. Le droit de la procédure civile allemand met à votre disposition des moyens efficaces de forcer l’entreprise de mettre à votre disposition les informations dont vous avez besoin pour calculer votre indemnité compensatrice. Le montant allégué par les tribunaux allemands au titre de l’indemnisation compensatrice peut souvent s’avérer plus élevé que le montant que vous aurez obtenu en France. Enfin, si vous obtiendrez gain de cause, la partie adverse devra vous rembourser de vos frais, calculés sur la base d’un barème légal.

Mais attention : L’indemnisation compensatrice doit être réclamée dans un délai d’un an, à compter de la fin du contrat d’agence commerciale !

Nous sommes à vos côtés pour faire valoir vos droits à l’encontre de l’entreprise.