Monat: Juli 2021

Fallstricke beim Formulieren eines französischen Testaments

Die Wirksamkeit eines Testaments richtet sich nach französischem Recht, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Frankreich hat, oder wenn er zwar nicht in Frankreich lebt, aber Franzose ist und französisches Recht wählt. Das ergibt sich aus der Verordnung (EU) Nr. 650/2012 vom 4. Juli 2012, der sogenannten Erbrechtsverordnung oder EuErbVO.

 

Auch das Testament eines deutschen Erblassers richtet sich also nach französischem Recht, wenn er seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Frankreich hat und keine Rechtswahl zugunsten des deutschen Rechts trifft. Dabei ist es im Einzelfall häufig schwierig festzustellen, wo der gewöhnliche Aufenthalt des Erblassers war.

 

Gilt französisches Recht, so muss das Testament auch eines deutschen Erblassers mit französischem Recht vereinbar sein. Obwohl die formalen Anforderungen an handschriftliche Testamente im französischen Recht gering sind, kann dabei so einiges schiefgehen, wie ein Urteil der Cour de cassation, 1re civ., vom 09.06.2021 (ECLI:FR:CCASS:2021:C100422) zeigt.

 

Der Erblasser, deutscher Staatsangehöriger, lebte sei 1999 in Frankreich und hatte dort 2002 mit handschriftlichem Testament in französischer Sprache seiner Schwester, im Einklang mit französischem Recht, den frei verfügbaren Teil (quotité disponible) seines Nachlasses vermacht. Dem Testament beigefügt war ein als „Übersetzung“ bezeichnetes Dokument, das nicht vom Erblasser stammte und vom Sinn des Testaments abwich.

 

Nachdem der Erblasser 2003 verstorben war, wollte die Schwester ihre Rechte geltend machen. Die Kinder des Erblassers hielten das Testament jedoch für unwirksam. Sie sagten, der Erblasser habe nicht gut genug Französisch gesprochen, um zu wissen, was er verfügt. Die Klage der Schwester wurde in erster Instanz abgewiesen, in zweiter Instanz wurde ihr stattgegeben. Die Cour de cassation hob das Berufungsurteil auf und verwies zurück.

 

Zur Begründung führte die Cour de cassation an, dass das Testament nicht als Ausdruck des Willens des Erblassers angesehen werden könne, weil der Erblasser es in einer Sprache verfasst habe, die er nicht verstand. Das Testament war also nichtig, obwohl es den Anforderungen des Artikels 970 Code civil, wonach es für die Formwirksamkeit des französischen Testaments genügt, wenn es (wie im deutschen Recht) vollständig handschriftlich verfasst, datiert und unterschrieben ist, dem Wortlaut nach genügte.

 

Sie benötigen Unterstützung bei der Regelung eines Nachlasses, der französischem Recht unterliegt, sei es bei der Nachlassplanung oder nach Eintritt eines Erbfalls? Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gerne.

 

Ihr Rechtsanwalt für Erbrecht in Hamburg.

 

Achtung: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt keinesfalls eine Beratung im Einzelfall. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Erstellung wieder, spätere Änderungen der Rechtslage sind nicht berücksichtigt. Sprechen Sie uns an!

Verfassungsbeschwerde gegen einstweilige Verfügungen im Wettbewerbsrecht?

Gerichtsverfahren dauern ihre Zeit. Bis zum Urteil kann eine Rechtsverletzung bereits großen, nicht wiedergutzumachenden Schaden angerichtet haben. Damit der Geschädigte nicht leer ausgeht, gibt es neben den Hauptsacheverfahren den sogenannten vorläufigen Rechtsschutz. Besonders häufig gibt es einstweilige Verfügungen im Wettbewerbsrecht.

Eine einstweilige Verfügung kann innerhalb weniger Tage, manchmal sogar binnen Stunden vorliegen. Der Ablauf ist regelmäßig Folgender: der Verletzte mahnt den Verletzer ab und fordert ihn außergerichtlich auf, eine Unterlassungserklärung abzugeben, die der Verletzte vorformuliert. Gibt der Verletzer die Erklärung nicht ab, beantragt der Verletzte bei Gericht eine einstweilige Verfügung, die häufig ergeht, ohne dass der Verletzer gehört wird.

Zwar steht der Verletzer in dem Verfahren nicht rechtlos da, denn er kann ohne zeitliche Beschränkung Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegen und hat auch Anspruch auf Ersatz des Schadens, der ihm infolge einer zu Unrecht erwirkten einstweiligen Verfügung entstanden ist. Gleichwohl hat sich zuletzt die Auffassung verbreitet, solche Entscheidungen könnten verfassungswidrig sein.

In einem Beschluss vom 22.1.2021, Aktenzeichen 1 BvR 2793/20 hatte das Bundesverfassungsgericht, wie zuletzt häufiger, über eine Verfassungsbeschwerde gegen eine einstweilige Verfügung zu entscheiden. Der Verletzer hatte einen Verstoß gegen die prozessuale Waffengleichheit behauptet, weil es Abweichungen zwischen den Wortlauten der vorformulierten Unterlassungserklärung, des Antrags an das Gericht und der einstweiligen Verfügung gab.

Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerte nicht zur Entscheidung angenommen. Es fehle an einem hinreichend gewichtigen Feststellungsinteresse. Der Beschwerdeführer war der Meinung, der Grundsatz der prozessualen Waffengleichheit sei dadurch verletzt worden, dass vom Verfügungsantrag abgewichen worden ist, ohne ihm rechtliches Gehör zu gewähren. Das Bundesverfassungsgericht beanstandete, es fehle insoweit an der erforderlichen näheren Darlegung eines hinreichenden Feststellungsinteresses.

Verfassungsbeschwerden gegen einstweilige Verfügungen im Wettbewerbsrecht werden also nur ganz ausnahmsweise erfolgreich sein. Wer sich gegen eine einstweilige Verfügung wehren will, sollte das deshalb mit den Instrumenten tun, die ihm die Zivilprozessordnung zur Verfügung stellt. In der Regel kann ihm damit geholfen werden, wenn die einstweilige Verfügung tatsächlich rechtswidrig ergangen ist.

Gegen Sie ist eine einstweilige Verfügung ergangen und Sie möchten sich dagegen wehren? Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gerne.

Ihr Rechtsanwalt für Wettbewerbsrecht in Hamburg.

Achtung: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt keinesfalls eine Beratung im Einzelfall. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Erstellung wieder, spätere Änderungen der Rechtslage sind nicht berücksichtigt. Sprechen Sie uns an!

Modification des clauses dans les conditions générales de banques allemandes

Les conditions générales de banques allemandes prévoyaient régulièrement la possibilité de modifier les conditions générales par consentement fictif des clients. Selon ces clauses, une modification du contrat est supposé avoir été accepté par le client, si ce dernier ne contredit pas dans un délai de deux mois. La validité de telles clauses était douteuse, une telle clause pouvant paraître abusive.

Dans un arrêt du 27 avril 2021, référence XI ZR 26/20, la Cour fédérale de justice (Bundesgerichtshof, BGH) a été amenée à se prononcer sur la validité de ces clauses. Le Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverände, une association protectrice des consommateurs, avait assigné une banque en cessation de l’utilisation de la clause. Le tribunal régional de Cologne l’avait débouté de sa demande et cet arrêt a été confirmé par la Cour d’appel de Cologne. Sur le recours en révision formé par l’association, la nullité de la clause a été constatée et la cessation de son utilisation a été ordonnée par la Cour fédérale de justice.

La Cour d’appel avait estimé que la clause n’est pas soumise à un contrôle des clauses abusives, au motif qu’elle ne dérogerait pas aux dispositions légales. En l’occurrence, elle reproduirait la disposition transposant l’article 42 de la directive 2007/64/CE concernant les services de paiement. Pour cette raison, la Cour n’avait pas procédé à un contrôle de la clause.

Selon la Cour fédérale de justice, la clause va bien au-delà disposition légale, car elle permet de modifier n’importe quelle clause des conditions générales, alors que la disposition transposant l’article 42 de la directive ne concerne que les services de paiement.

La Cour fédérale de justice a considéré que la clause déroge aux principes fondamentaux du droit, en ce qu’elle qualifie le silence du client d’acceptation d’un changement contractuel. La clause serait nulle, car la dérogation aux dispositions légales défavoriserait le client de manière déraisonnable (unangemessene Benachteiligung).

Vous êtes cocontractant d’une partie utilisant des conditions générales relevant du droit allemand et vous vous interrogez sur la validité d’une clause dans ces conditions ? Contactez-nous. Nous examinons avec vous la validité des clauses et défendons vous intérêts dans un éventuel litige avec votre cocontractant.

Votre avocat franco-allemand en droit commercial à Hambourg en Allemagne.

Le présent article ne donne que des renseignements d’ordre général. En aucun cas il ne saurait remplacer une consultation sur un cas concret. Le présent article expose le droit au moment de sa rédaction, les modifications ultérieures ne sont pas prises en compte. Prenez contact avec nous !

Le calcul de la réserve successorale allemande

Le droit allemand, comme le droit français, connaît la réserve successorale. Or à la différence du droit français, le testament allemand permet de désigner des héritiers (et non des légataires), le réservataire n’étant qu’un créancier d’une somme d’argent contre les héritiers. Le calcul de la réserve (Pflichtteil) peut soulever des difficultés.

Le paragraphe 2303 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch, Code civil allemand) désigne les héritiers réservataires (selon les cas, le conjoint survivant, les descendants et / ou les parents du défunt) et stipule qu’ils ont droit à la moitié de la valeur de leur part légale. Or comment se calcule la valeur de la part légale ?

Dans un arrêt du 26 mai 2021, référence IV ZR 174/20, la Cour fédérale de justice (Bundesgerichtshof, BGH) avait à se prononcer sur la question. Dans cette affaire, le réservataire était aussi héritier testamentaire, mais sa part était inférieure à la réserve. Dans un tel cas, en vertu du paragraphe 2305 BGB, le réservataire peut réclamer la différence entre sa part testamentaire et la réserve. En l’espèce, la défunte avait mis à la charge des héritiers l’obligation d’entretenir la sépulture pendant vingt ans, ce qui entrainait des coûts à hauteur de la moitié environ de la valeur de la succession.

Il se posait alors la question de savoir si, pour le calcul de la réserve, les coûts de l’entretien doivent ou non être déduits de la valeur de la succession. En première et en deuxième instance, les tribunaux ont opté pour une déduction. La Cour fédérale de justice a annulé le jugement d’appel et a renvoyé l’affaire devant la cour d’appel.

La Cour a constaté qu’en l’espèce, l’obligation d’entretien était une charge (Auflage). Alors bien qu’une charge soit une dette de la succession (Nachlassverbindlichkeit), elle ne doit pas être déduite de l’actif de la succession, car les charges sont subsidiaires par rapport à la réserve. La Cour précise qu’il en aurait été autrement si le contrat d’entretien avait été contracté par la défunte.

Vous êtes héritier réservataire dans une succession allemande et vous avez besoin d’assistance pour réaliser vos droits ? Contactez-nous. Nous vous assisterons dans vos démarches.

Votre avocat franco-allemand en droit des successions à Hambourg en Allemagne.

 Le présent article ne donne que des renseignements d’ordre général. En aucun cas il ne saurait remplacer une consultation sur un cas concret. Le présent article expose le droit au moment de sa rédaction, les modifications ultérieures ne sont pas prises en compte. Prenez contact avec nous !