Wettbewerbsprozess – Gehörsverletzung durch Verwendung von schwarz-weiß Ausdrucken

Im Wettbewerbsprozess geht es häufig um Äußerungen, die in einem bestimmten Medium – z.B. einer Zeitschrift, aber immer häufiger im Internet – getätigt worden sind. Der Antragssteller bzw. der Kläger reicht dann meist Farbausdrucke oder -kopien als Anlagen mit seinem Antrag bzw. seiner Klage ein. Kann das Gericht seine Entscheidung auf schwarz-weiß Ausdrucke solcher Anlagen stützen?

Nein, meint zumindest das Berliner Kammergerichts. Mit Beschluss vom 23.6.2020, Az. 5 W 1031/20, hat es der sofortigen Beschwerde eines Antragstellers gegen die Zurückweisung seines Antrags auf Erlass einer einstweiligen Verfügung als unzulässig stattgegeben und die Sache an das Landgericht zurückverwiesen.

Allerdings hatte sich der Antragsteller offenbar nicht gegen die Verwendung von schwarz-weiß Kopien seiner farbigen Anlagen gewandt, sondern dagegen, dass sich das Gericht wegen einer Gerichtsstandsklausel für international unzuständig gehalten hatte. In diesem Punkt hat das Kammergericht dem Antragsteller Recht gegeben: § 14 UWG, der hier auch die internationale Zuständigkeit regele (weil die Beklagte ein us-amerikanisches Unternehmen war), begründe eine ausschließliche Zuständigkeit, weshalb eine Gerichtsstandsvereinbarung nicht möglich sei.

Obiter – das heißt: ohne dass es darauf für die Entscheidung angekommen wäre – erklärt das Kammergericht aber auch, dass es eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Antragstellerin darstelle, wenn das Gericht schwarz-weiß Ausdrucke verwende, und zwar sogar dann, wenn es auf die Farbbestandteile für die Entscheidung gar nicht ankommt! Der Antragsteller habe einen Anspruch darauf, dass das Gericht die eingereichten Dokumente in authentischer Form beurteilt.

Was für den Antragsteller gilt, muss selbstverständlich auch für den Antragsgegner gelten, denn auch der hat Anspruch auf rechtliches Gehör!

Wenn sich die Rechtsprechung des Kammergerichts durchsetzt, kann ein Rechtsmittel gegen eine Entscheidung allein darauf gestützt werden, dass eine farbige Anlage vom Gericht schwarz-weiß ausgedruckt worden ist. Um das herauszufinden, muss allerdings Akteneinsicht genommen werden. Es ist aber nicht sicher, dass andere Gerichte so wie das Kammergericht entscheiden. Und die Gerichte werden sicher auch dazu übergehen, stets in Farbe auszudrucken.

Sie sind Partei eines Wettbewerbsprozesses und haben farbige Anlagen eingereicht, die möglicherweise nicht in Farbe berücksichtigt worden sind? Sprechen Sie uns an. Wir prüfen mit Ihnen, welche Rechts sich daraus ergeben könnten.

Ihr Rechtsanwalt für Wettbewerbsrecht in Hamburg.

Achtung: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt keinesfalls eine Beratung im Einzelfall. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Erstellung wieder, spätere Änderungen der Rechtslage sind nicht berücksichtigt. Sprechen Sie uns an!

Que faire contre un gérant qui fait concurrence à la GmbH?

Un gérant d’une GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), société à responsabilité limitée de droit allemand, a-t-il le droit de faire concurrence à la GmbH ? La réponse est non, lorsqu’une interdiction est stipulée dans les statuts de la société ou dans le contrat de service du gérant. Mais qu’en est-il en l’absence de stipulations expresses ? Et quels sont les droits de la société lorsque le gérant ne respecte pas ses obligations ?

Bien que la loi allemande sur les sociétés à responsabilité limitée (Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, GmbHG) ne le stipule pas expressément, il est communément admis que l’interdiction au gérant de faire concurrence à la GmbH résulte de son obligation de loyauté (Treuepflicht) qui, quant à, elle résulte de son statut d’organe de la société.

En conséquence, l’interdiction prend en principe (sauf stipulations contraires dans les statuts ou dans le contrat de service) fin avec le mandat de gérant. La Cour fédérale de justice a cependant statué que même après le mandat, le gérant ne peut pas s’approprier les contrats qu’il a conclu pour la société ou qu’il a omis de conclure.

La portée de l’interdiction de concurrence est déterminée selon les principes posés au paragraphe 112 du Code de commerce allemand (Handelsgesetzbuch, HGB) pour la société en nom collectif : le gérant ne peut pas travailler dans « la branche commerciale de la société » et ne peut pas s’associer à une société dans le même secteur.

D’une part, la portée de l’interdiction faite au gérant est ainsi délimitée par l’objet de la société (Unternehmensgegenstand). D’autre part, le gérant n’a pas le droit de prendre une participation dans une société concurrente, que ce soit une participation directe ou par personne interposée. Toutefois, à ce dernier titre, des participations minoritaires ou sans droit de vote qui ne permettent pas d’influencer les décisions de la société concurrente sont anodins.

Les associés de la GmbH peuvent, au nom de la société (actio pro socio), demander au gérant de cesser l’activité concurrente, ils peuvent réclamer des dommages-intérêts et ils peuvent même revendiquer la cession de la rémunération du gérant pour son activité concurrente. Ces droits sont cependant soumis à des conditions qui peuvent selon les cas faire défaut.

Vous êtes associé d’une GmbH et vous souhaitez agir contre le gérant de la GmbH qui lui fait concurrence ? Contactez-nous. Nous vous assisterons dans vos démarches.

Votre avocat franco-allemand en droit des sociétés à Hambourg en Allemagne.

Le présent article ne donne que des renseignements d’ordre général. En aucun cas il ne saurait remplacer une consultation sur un cas concret. Le présent article expose le droit au moment de sa rédaction, les modifications ultérieures ne sont pas prises en compte. Prenez contact avec nous !

Vollstreckung eines Urteils nach dem Tod des Schuldners

Aus einem auf eine Leistung gerichteten Urteil kann die Zwangsvollstreckung betrieben werden, wenn derjenige, der zur Leistung verurteilt worden ist, diese Leistung nicht freiwillig erbringt. Was gilt aber, wenn der zur Leistung verurteilte vor der Zwangsvollstreckung verstirbt?

Die Erben des Verstorbenen erben auch seine Schulden und somit auch seine Pflicht, die Leistung zu erbringen, zu der er verurteilt worden ist. Da die Erben in dem Urteil nicht genannt sind, der Gerichtsvollzieher aber wissen muss, gegen wen sich die Vollstreckung richtet, muss das Urteil mit einer Rechtsnachfolgeklausel versehen werden, die beim Gericht beantragt werden muss.

In seinem Beschluss vom 30.4.2020, Az. I ZB 61/19, hat der Bundesgerichtshof (BGH) eine Rechtsnachfolgeklausel aber nicht für notwendig gehalten. In dem Beschluss ging es um die Vollstreckung eines Urteils, das zwei Beklagte gesamtschuldnerisch zur Räumung einer Wohnung verurteilt hatte, deren Mieter sie gewesen waren.

Nachdem der eine ehemalige Mieter verstorben war, hatte es die Gerichtsvollzieherin abgelehnt, weiter zu vollstrecken. Erinnerung und sofortige Beschwerde der Kläger beim Landgericht Mainz blieben erfolglos. Die Rechtsbeschwerde zum BGH führte zur Zurückverweisung der Sache an das Landgericht Mainz.

Eine Rechtsnachfolgeklausel war nach Ansicht des BGH nicht erforderlich, um gegen die verbliebene Schuldnerin (die zweite gesamtschuldnerisch zur Leistung verurteilte Person) zu vollstrecken. Der BGH verwies auf § 885 ZPO (Zivilprozessordnung), wonach bei einer Räumungsvollstreckung derjenige, der den tatsächlichen Besitz an den Räumen innehat, die Person sei, gegen die die Zwangsvollstreckung stattzufinden hat.

Die Erben des verstorbenen Mieters hätten in diesem Sinne keinen tatsächlichen Besitz an den Räumen. Der nicht tatsächlich ausgeübte, d.h. fiktive Erbenbesitz nach § 857 BGB begründe mangels tatsächlicher Beziehung zu einer Sache keinen Gewahrsam im Sinne einer tatsächlichen, nach außen erkennbaren Sachherrschaft.

Sie sind Erbe eines Erblassers, der zu einer Leistung verurteilt worden ist? Sie sind Gläubiger einer verstorbenen Person und wissen nicht, wie Sie Ihre Rechte geltend machen sollen? Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gerne.

Ihr Rechtsanwalt für Erbrecht in Hamburg.

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Succession allemande – pluralité de testaments

Il n’est pas rare qu’un testateur établit successivement plusieurs testaments. Souvent, le testament plus récent stipule que le testament précédent ou tous les testaments précédents sont révoqués. Mais que faire à défaut de révocation expresse ?

En droit allemand, le paragraphe 2258 alinéa 1 du Code civil allemand (Bürgerliches Gesetzbuch, BGB) stipule : « Par l’établissement d’un testament, un testament plus ancien est révoqué pour autant que le testament plus récent est en contradiction avec le testament plus ancien ».

La question de savoir si deux testaments sont en contradiction est une question d’interprétation des deux testaments. Dans une ordonnance du 7 septembre 2020, référence 5 W 30/20, la Cour d’appel de Sarrebruck avait à statuer sur une telle situation.

Dans un testament authentique, le testateur avait désigné son compagnon (non marié, non pacsé) comme héritier unique (dans un testament relevant du droit allemand, les bénéficiaires peuvent être des héritiers ou des légataires). Quelques mois plus tard, il a fait un testament olographe dans lequel il a indiqué que « celui qui s’occupe de moi » recevra « mon pognon » ainsi que ses bijoux dans un coffre-fort. Encore plus tard, le testateur a désigné un ami comme celui qui « m’accompagnera dans ma dernière phase de vie ».

Après le décès du testateur, tant le compagnon que l’ami ont demandé la délivrance d’un certificat d’hérédité les désignant respectivement comme héritier unique.

La Cour a statué qu’il y a contradiction au sens du paragraphe 2258 du Code civil, lorsque les testaments s’excluent réciproquement ou lorsqu’ils sont compatibles, mais que la volonté du testateur était de remplacer le testament antérieur, à condition qu’il voulait régler la dévolution de manière complète. En l’espèce, la Cour a statué qu’il n’y a pas de contradiction entre les deux testaments, car l’ancien testament désigne un héritier et le testament plus récent un légataire.

Pour comprendre cette décision, il faut savoir qu’en droit allemand, le légataire est un créancier de l’héritier, son statut est donc plus faible que celui de l’héritier. L’ami a donc été débouté de sa demande et le compagnon a reçu le certificat d’hérédité souhaité.

Vous êtes désignés dans un testament relevant du droit allemand et souhaitez connaître vos droits en présence d’autres dispositions de dernières volontés ? Contactez-nous. Nous vous assisterons tant dans la détermination que dans la réalisation de vos droits.

Votre avocat franco-allemand en droit des successions à Hambourg en Allemagne.

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