Schlagwort: Nießbrauch

Usufruit - Nießbrauch im französischen Recht

Vergleichbar dem deutschen Nießbrauch gibt der französische Nießbrauch (usufruit) demjenigen, zugunsten dessen er an einer Sache eingeräumt wird, das Recht, die Nutzungen der Sache zu ziehen. Wird er an einer Immobilie begründet, ist der Nießbraucher also zum Beispiel berechtigt, die Immobilie uneingeschränkt zu nutzen.

Der Nießbrauch ist ein nützliches Instrument bei der unentgeltlichen Übertragung von Immobilien: der Eigentümer der Immobilie kann die Immobilie zu Lebzeiten an seine künftigen Erben verschenken, sich aber den Nießbrauch an der Immobilie vorbehalten. Dies hat einen doppelten Vorteil.

Erstens wird Erbschaftsteuer (droits de succession) gespart. Zwar sind die Steuersätze der Schenkungsteuer mit den Steuersätzen der Erbschaftsteuer identisch. Behält sich der Schenker bei der Schenkung aber den Nießbrauch vor, reduziert sich der Wert der Immobilie um den Wert des Nießbrauchs, so dass für die Immobilie bei der Schenkung ein niedrigerer Wert zugrunde zu legen ist, als es bei einer späteren Vererbung der Fall wäre.

Zweitens behält der Schenker trotz der Schenkung sein Recht, die Immobilie weiter zu nutzen. Dieses Recht kann ihm der Beschenkte nicht nehmen. Von der Schenkung einer mit einem Nießbrauch belasteten Immobilie profitieren also sowohl der Schenker als auch der Beschenkte.

Für die Zwecke der Schenkungssteuer bestimmt Artikel 669 des Allgemeinen Steuergesetzbuchs (Code général des impôts, CGI), dass der Wert des Nießbrauchs bzw. der Wert der mit einem Nießbrauch belasteten Sache ein Prozentsatz des Wertes der belasteten Sache ist, der vom Alter des Nießbrauchers abhängig ist:

Alter des Nießbrauchers Wert des Nießbrauchs Wert des belasteten Eigentums
Bis 21 Jahre 90% 10%
Bis 31 Jahre 80% 20%
Bis 41 Jahre 70% 30%
Bis 51 Jahre 60% 40%
Bis 61 Jahre 50% 50%
Bis 71 Jahre 40% 60%
Bis 81 Jahre 30% 70%
Bis 91 Jahre 20% 80%
Über 91 Jahre 10% 90%

Ist also zum Beispiel ein Schenker zwischen 51 und 60 Jahre alt und behält er sich bei der Schenkung einer Immobilie den Nießbrauch vor, so beträgt der Wert seines Nießbrauchs an der Immobilie 50% des Werts der Immobilie, die Immobilie wird also bei der Bemessung der Schenkungsteuer nur mit 50% ihres Wertes berücksichtigt.

Tritt dann der Erbfall dann ein, fällt keine Erbschaftsteuer für die Immobilie an, die ja bereits verschenkt wurde. Der Nießbrauch endet mit dem Tod.  Aber Achtung: von der Frage der steuerlichen Behandlung einer Schenkung ist die Frage zu unterscheiden, ob Schenkungen bei der Berechnung eines Pflichtteils (réserve) zu berücksichtigen ist. Dies muss gesondert geklärt werden.

Sie haben Fragen zum französischen Nießbrauch? Sprechen Sie uns an.

Achtung: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt keinesfalls eine Beratung im Einzelfall. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Erstellung wieder, spätere Änderungen der Rechtslage sind nicht berücksichtigt. Sprechen Sie uns an!

Le legs en droit des successions allemand

Les effets d’un legs français en Allemagne ont déjà fait l’objet d’un examen dans le présent blog. Ici il est question des legs allemands.

Dans un testament allemand, contrairement au droit français, il est possible de désigner des héritiers (Erben) ou des légataires (Vermächtnisnehmer). Tandis que l’héritier devient de plein droit propriétaire de l’héritage au moment de la survenance du décès, le légataire n’est que titulaire d’une créance. Le débiteur de la créance est généralement un héritier, mais selon les termes du testament, ce peut aussi être un autre légataire.

Lorsque le testateur souhaite allouer un bien déterminé à une certaine personne, sans que cette personne devienne héritier, il lui consentira un legs. Cependant, la question de savoir si une personne est un héritier ou un légataire est une question d’interprétation du testament. Il faut déterminer ce qu’a voulu le testateur. Le seul fait que le testateur ait alloué un bien spécifique à une personne spécifique n’implique pas nécessairement que cette personne soit légataire et non héritier, car il est possible d’attribuer un bien spécifique à un héritier déterminé, et ce au moyen d’une ordonnance de partage (Teilungsanordnung).

Un héritier peut bénéficier d’un legs, un tel legs étant appelé legs préciputaire (Vorausvermächtnis). L’avantage est pour l’héritier qu’il peut immédiatement réclamer la remise du legs, sans qu’il doive attendre le partage de la succession.

Les frais de l’exécution d’un legs peuvent être importants, par exemple lorsqu’il porte sur un bien immobilier. Ces frais sont à la charge du débiteur du legs, soit normalement de l’héritier. Cependant, le testateur peut stipuler que ces frais soient à la charge du légataire.

Dans le doute, le légataire supporte proportionnellement ce qui est dû au titre de la réserve. La conséquence en est une réduction du legs. Si cette conséquence n’est pas souhaitée, le testateur doit l’exclure expressément.

Le légataire qui ne souhaite pas bénéficier du legs peut tout simplement s’abstenir à faire valoir sa créance. Le legs se prescrit en principe par trois ans, le délai commençant à courir à la fin de l’année civile dans laquelle la créance est née. Si un bien immobilier est légué, le délai de prescription est de dix ans. Il est aussi possible de léguer un usufruit (Nießbrauch).

Vous êtes le bénéficiaire d’un testament allemand et vous avez besoin d’assistance dans la réalisation de vos droits ? Contactez-nous. Nous vous fournirons l’assistance requise.

Le présent article ne donne que des renseignements d’ordre général. En aucun cas il ne saurait remplacer une consultation sur un cas concret. Le présent article expose le droit au moment de sa rédaction, les modifications ultérieures ne sont pas prises en compte. Prenez contact avec nous !

Steueroptimierte Übertragung von Immobilien in Frankreich

Immobilien in Frankreich unterliegen der französischen Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer, auch wenn alle Beteiligten ihren Steuerwohnsitz in Deutschland haben. Wird die Immobilie an den Ehegatten vererbt, fällt zurzeit keine Erbschaftsteuer an: der Ehegatte ist gemäß Art. 796-0 bis Code général des impôts (CGI, Allgemeines Steuergesetzbuch) komplett von der Erbschaftsteuer befreit. Das gilt aber nicht für Schenkungen.

In allen übrigen Fällen, also insbesondere auch, wenn die Immobilie an die Kinder vererbt wird, fällt in der Regel Erbschaftsteuer an. Kinder haben derzeit einen Freibetrag von EUR 100.000,00, Art. 779, I CGI; der darüberliegende Betrag ist zu versteuern. Da die Steuersätze auch bei Kindern schnell auf 20% steigen, kann es sich lohnen zu prüfen, ob es Modelle gibt, die es ermöglichen, die Steuerlast zu reduzieren.

Besonders naheliegend ist in einem solchen Fall eine Schenkung. Die einfache Schenkung ermöglicht es allerdings vielfach nicht, Steuern zu vermeiden. Für Schenkungen gelten die gleichen Steuersätze wie für Erbschaften und eventuelle Freibeträge – der Freibetrag der Kinder in Höhe von EUR 100.000,00 ist auch auf Schenkungen anwendbar – können nur alle fünfzehn (15) Jahre in Anspruch genommen werden. Zwischen Schenkung und Erbfall müssen also mindestens fünfzehn Jahre liegen, damit es sich steuerlich lohnt.

Steuerlich wesentlich günstiger ist es, wenn sich der Schenker den Nießbrauch (usufruit) an der Immobilie vorbehält. Der Nießbrauch gibt dem Schenker das Recht, den verschenkten Gegenstand weiter zu nutzen, eine Immobilie also z.B. weiterhin zu bewohnen. Der steuerliche Vorteil liegt darin, dass die Belastung eines Gegenstands mit einem Nießbrauch den bei der Schenkungsteuer zugrunde zu legenden Wert des Gegenstands je nach Alter des Schenkers um bis zu 90% mindert. Wenn der Schenker z.B. zwischen 61 und 70 Jahren alt ist, ist der Wert des Nießbrauchs mit 40% zu bemessen. Die mit dem Nießbrauch belastete Immobilie ist in diesem Fall für steuerliche Zwecke nur 60% des Wertes der unbelasteten Immobilie wert. Das führt vielfach dazu, dass bei der Schenkung überhaupt keine Schenkungsteuer anfällt oder jedenfalls wesentlich weniger, als bei einer Schenkung ohne Nießbrauch oder bei einer Vererbung.

Tritt der Erbfall dann ein, erlischt der Nießbrauch an der Immobilie, Erbschaftsteuer fällt insoweit dann nicht mehr an.

Sie sind Eigentümer von Immobilien in Frankreich und überlegen, wie Sie diese möglichst steueroptimiert auf Ihre Kinder übertragen können? Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

Achtung: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt keinesfalls eine Beratung im Einzelfall. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Erstellung wieder, spätere Änderungen der Rechtslage sind nicht berücksichtigt. Sprechen Sie uns an!