„Schwarzwälder Schinken“ muss nicht im Schwarzwald geschnitten und verpackt werden

Wer ein Lebensmittel erwirbt, das unter einer „geschützten geografischen Angabe“ vertrieben wird, hat bestimmte Erwartungen an das Produkt. Dem trägt die Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. November 2012 über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel Rechnung.

Nach der Verordnung Nr. 1151/2012 sind geschützte geografische Angaben eintragungsfähig, wenn eine Produktspezifikation vorliegt, die bestimmten, in Artikel 7 der Verordnung geregelten, Anforderungen entspricht. Deutsche geschützte geografische Angaben werden in das beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) geführte Register eingetragen.

Gemäß Artikel 7 (1) e) der Verordnung Nr. 1151/2012 muss die Produktspezifikation Angaben über die Aufmachung enthalten, wenn die antragstellende Vereinigung dies so festlegt und eine hinreichende produktspezifische Rechtfertigung dafür liefert, warum die Aufmachung in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen muss, um die Qualität zu wahren, den Ursprung oder die Kontrolle zu gewährleisten. Angaben über die Aufmachung sind auch Angaben darüber, wie und wo das Produkt geschnitten und verpackt wird.

In einem Beschluss vom 03.09.2020, Az. I ZB 72/19 (BPatG), hatte der Bundesgerichtshof (BGH) über einen Antrag auf Änderung der Produktspezifikation für „Schwarzwälder Schinken“ zu entscheiden. Die Antragstellerin, der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller, wollte die Produktspezifikation dahingehend ändern, dass Schwarzwälder Schinken künftig im Schwarzwald geschnitten und verpackt werden muss.

Nachdem der Antrag zunächst vom DPMA zurückgewiesen worden war, ging die Sache über das Bundespatentgericht (BPatG), den BGH und den EuGH zunächst zurück an das BPatG, das den Antrag zurückwies. Der BGH bestätigte auf die eingelegte Rechtsbeschwerde den Beschluss des BPatG und lehnte eine erneute Vorlage an den EuGH ab.

Nach Ansicht des BGH hatte das BPatG zurecht angenommen, dass die geänderte Produktspezifikation keine hinreichende produktspezifische Rechtfertigung dafür liefert, warum die Aufmachung in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen muss, um die Qualität zu wahren, den Ursprung oder die Kontrolle zu gewährleisten, wie gemäß Artikel 7 (1) e) der Verordnung Nr. 1151/2012 gefordert. Zur Wahrung der Qualität sowie zur Gewährleistung des Ursprungs und der Kontrolle sei es nicht erforderlich und verhältnismäßig, ein Schneiden und Verpacken im Schwarzwald vorzuschreiben.

Sie möchten eine geschützte geografische Angabe anmelden, gegen eine solche Angabe vorgehen oder sie für Ihre Produkte verwenden? Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gerne.

Ihr Rechtsanwalt für Markenrecht in Hamburg.

Achtung: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt keinesfalls eine Beratung im Einzelfall. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Erstellung wieder, spätere Änderungen der Rechtslage sind nicht berücksichtigt. Sprechen Sie uns an!

Le Règlement européen sur les successions interprété par la Cour fédérale de justice

Au sein de l’Union européenne, le droit applicable à une succession est déterminé par le Règlement (UE) n° 650/2012 du Parlement européen et du Conseil du 4 juillet 2012 relatif à la compétence, la loi applicable, la reconnaissance et l’exécution des décisions, et l’acceptation et l’exécution des actes authentiques en matière de successions et à la création d’un certificat successoral européen, ci-après appelé Règlement en matière de successions.

En vertu de son article 83 § 1, le Règlement en matière de successions s’applique aux successions des personnes qui décèdent le 17 août 2015 ou après cette date. La date de l’établissement d’un testament n’étant ainsi pas déterminant, le Règlement peut se trouver applicable à un testament établi longtemps avant son entrée en vigueur.

C’était le cas de l’affaire qui a été soumise à l’appréciation de la Cour fédérale de justice (Bundesgerichtshof, BGH). Dans une ordonnance du 24 février 2021, référence IV ZB 33/20, le BGH a appliqué le Règlement en matière de successions a un pacte successoral au sens de l’artice 3 § 1 b) du Règlement qui avait été établi en 1996.

Un couple marié, l’épouse de nationalité allemande, l’époux de nationalité autrichienne, les deux résidant en Allemagne, avait rédigé deux testaments olographes avec une teneur quasi-identique,  se désignant réciproquement comme héritiers et un certain nombre d’autres personnes comme héritiers finaux (Schlusserben). Après le décès de l’époux, le conjoint survivant avait établi d’autres testaments désignant d’autres héritiers.

Au décès du conjoint survivant, tant les héritiers désignés par les deux époux que ceux désignés par le conjoint survivant réclamaient la délivrance d’un certificat d’hérédité. Les héritiers désignés après le décès du premier époux ont cependant été déboutés dans toutes les instances.

La raison en était qu’en droit allemand, les testaments communs lient le conjoint survivant après le décès du premier décédé. Ces règles étaient en l’espèce applicables, car ce qui est un pacte successoral au sens du Règlement en matière de successions doit en l’occurrence être qualifié de testament commun au sens du droit allemand.

Selon la Cour fédérale de justice, le droit allemand était applicable aux deux testaments olographes, alors même que les testaments ne comportaient aucun choix du droit allemand. La Cour a estimé que le choix du droit allemand a été implicite et résultait en l’occurrence de références faites à des concepts de droit allemand.

En décidant ainsi, la Cour fédérale de justice a tranché la question, controversée en doctrine allemande, de savoir si les critères pour déterminer s’il existe un choix implicite sont posés par le Règlement ou par le droit hypothétiquement choisi. La Cour fédérale a opté pour une interprétation autonome, considérant que l’acte est clair et ne nécessite pas une consultation de la Cour de justice de l’Union européenne.

Vous êtres héritier ou vous assistez un héritier dans une succession qui relève de la compétence des autorités allemandes ? Contactez-nous. Nous vous assisterons dans la réalisation de vos droits.

Votre avocat franco-allemand en droit des successions à Hambourg en Allemagne.

Le présent article ne donne que des renseignements d’ordre général. En aucun cas il ne saurait remplacer une consultation sur un cas concret. Le présent article expose le droit au moment de sa rédaction, les modifications ultérieures ne sont pas prises en compte. Prenez contact avec nous !

Der französische Immobilienkauf gegen Leibrente (vente en viager)

Der Kauf von französischen Immobilien gegen Zahlung einer Rente, kurz vente en viager genannt, stellt eine Alternative zum konventionellen Kauf einer Immobilie dar und kann letzterem je nach den Umständen vorzuziehen sein. Er wird deshalb hier in seinen Grundzügen dargestellt.

Die vertragliche Konstruktion eines Kaufs gegen Leibrente besteht im Wesentlichen darin, dass der Verkäufer für seine Immobilie nicht im Zeitpunkt der Veräußerung einen Kaufpreis, sondern vielmehr eine Rente erhält. Teilweise erhält der Käufer sofort die Nutzung der Immobilie, teilweise behält der Käufer den Nießbrauch (usufruit) oder ein Wohnrecht (droit d’usage et d’habitation).

Wesentliches Merkmal des Vertrags ist die Ungewissheit (aléa) über die Dauer der Zahlung der Leibrente. Ist dem Käufer bekannt, dass der Verkäufer in Kürze an einer Krankheit versterben wird, wird der Vertrag auf Antrag, der auch von den Erben des Verkäufers gestellt werden kann, durch ein Gericht annulliert. Ein solches Wissen wird vermutet, wenn der Verkäufer innerhalb von 20 Tagen nach Vertragsschluss verstirbt.

Der Vorteil für den Käufer besteht zunächst darin, dass er in Raten zahlen kann, statt einen Kaufpreis aufwenden zu müssen. Je nach Lebensdauer des Verkäufers macht er ein mehr oder weniger gutes Geschäft.

Die Höhe der Raten wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie insbesondere dem Wert der Immobilie und dem Lebensalter des Verkäufers in der Praxis in der Regel anhand von Tabellen bestimmt. Oft tritt neben die Ratenzahlungspflicht die Pflicht zur Zahlung eines größeren Betrags bei Vertragsschluss, dem sogenannten bouquet.

Bei der Grunderwerbssteuer (droit de mutation immobilière) besteht kein Unterschied zum konventionellen Immobilienkauf.

Der Vorteil des Verkäufers besteht im Wesentlichen in einer steuerlichen Begünstigung der Zahlungen. Die Zahlung des bouquet ist komplett von der Einkommensteuer (impôt sur le revenu) befreit. Die Rente selbst unterliegt nur teilweise der Einkommensteuer, wobei der der Steuer unterliegende Teil der Rente abnimmt, je älter der Verkäufer bei der ersten Rentenzahlung ist.

Von der Grundsteuer (taxe foncière) ist der Verkäufer ab dem Verkauf ebenfalls befreit. Ob er die Wohnsteuer (taxe d’habitation) zahlen muss, hängt davon ab, ob er die Immobilie noch bewohnt, oder nicht.

Sie möchten eine französische Immobilie kaufen und Ihnen wird ein Kauf als „viager“ angeboten? Sie möchten eine französische Immobilie verkaufen, jedoch weiter nutzen? Sprechen Sie uns an, wir beraten und vertreten Sie gerne.

Ihr Rechtsanwalt für französisches Immobilienrecht in Hamburg.

Achtung: Dieser Beitrag enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt keinesfalls eine Beratung im Einzelfall. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage zum Zeitpunkt seiner Erstellung wieder, spätere Änderungen der Rechtslage sind nicht berücksichtigt. Sprechen Sie uns an!

La responsabilité du gérant dans la crise de la GmbH

La GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), société à responsabilité limitée de droit allemand, est une forme de société très populaire en Allemagne. Elle est particulièrement adaptée aux besoins de sociétés étrangères, françaises par exemple, qui souhaitent créer une filiale en Allemagne. La raison en est que la société mère peut parfaitement maîtriser les activités de la filiale.

La maîtrise de l’activité de la filiale en forme de GmbH par sa société mère résulte du fait que le gérant de la GmbH, qui gère la société en interne et la représente vis-à-vis des tiers, est tenu de suivre les résolutions et les instructions des associés, paragraphe 37 alinea 1er de la loi allemande sur la société à responsabilité limitée (Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, GmbHG).

De ce fait, le gérant d’une GmbH se trouve dans une situation délicate qui peut même devenir un dilemme : il peut avoir reçu des instructions de la part des associés qui le conduisent, lorsqu’il les respecte, à engager sa responsabilité vis-à-vis des tiers. Dans une telle situation, la dernière issue est de démissionner de sa fonction de gérant.

Une loi sur la stabilisation et la restructuration des entreprises (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz, StaRUG), entrée en vigueur le 1er janvier 2021, vient compliquer une situation déjà difficile pour le gérant. L’objectif de la loi est de faciliter la restructuration d’une entreprise en crise à un stade antérieur à l’insolvabilité. La loi prévoit des mesures permettant à une entreprise en difficulté de se mettre provisoirement à l’abri des revendications de ses créanciers.

Dans ce but, la loi StaRUG règlemente aussi les obligations du gérant. En particulier, il a une obligation de surveiller l’évolution de l’entreprise de manière continue pour déterminer si cette évolution met en danger la pérennité de l’entreprise, paragraphe 1er StaRUG.

Il est controversé en jurisprudence et en doctrine, si dans la crise de la société, le gérant doit donner la priorité aux intérêts des créanciers sur les intérêts des associés. Cette question, qui conditionne la responsabilité du gérant, n’est pas tranchée par la loi StaRUG et demeure donc en suspens.

En revanche, la loi StaRUG a établi une nouvelle responsabilité au paragraphe 43 StaRUG. En vertu de cette disposition, si le gérant ne respecte pas son obligation de diligence d’un gérant en phase de restructuration, il doit indemniser la société du préjudice qui en résulte pour les créanciers de la société.

Vous êtes une entreprise avec une filiale allemande en crise et vous souhaitez vous protéger contre toute responsabilité ? Vous êtes le gérant d’une GmbH en crise et vous souhaitez vous couvrir du risque de responsabilité ? Contactez-nous. Nous vous assisterons dans vos démarches.

Votre avocat franco-allemand en droit des sociétés à Hambourg en Allemagne.

 Le présent article ne donne que des renseignements d’ordre général. En aucun cas il ne saurait remplacer une consultation sur un cas concret. Le présent article expose le droit au moment de sa rédaction, les modifications ultérieures ne sont pas prises en compte. Prenez contact avec nous !